Winoil AG – Däniken

Von links: Karin Fiechter-Jäggi, Jurymitglied; Susanne Müller, Geschäftsführerin Winoil AG; Alexander Zimmer, Jurymitglied

Man soll ja das Kind nicht mit dem Bad ausschütten. Oder die Preissumme einer Auszeichnung bereits verplanen, bevor man sie gewonnen hat. Könnte man meinen. Und doch: Susanne Müller, Geschäftsführerin der Winoil AG weiss, was sie mit einem allfälligen Gewinn des Solothurner Sozialpreises vorhat: "Wir veranstalten natürlich einen Anlass für die ganze Belegschaft!"

Das passt zum Eindruck; bei der Firma in Däniken stehen die Angestellten im Mittelpunkt. Die Winoil produziert und vertreibt chemische Artikel für Industriereinigungen sowie Lacke und Malerfarben. "Die Arbeit in der Produktion und im Labor erfordert hochqualifizierte Mitarbeitende", erklärt Susanne Müller. Das Lohnniveau für die 20 Angestellten ist daher verhältnismässig hoch. Da die Auftragsdichte zudem stark von der Konjunktur abhänge, sei es oft schwierig, die Wirtschaftlichkeit konstant hochzuhalten.

Dennoch setzt sich die Firma für die Eingliederung von Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung ein. Wie geht das mit den wirtschaftlichen Herausforderungen einher? "Es ist ein ständiger Spagat", sagt Susanne Müller wissend. Das Unternehmen ist familiär aufgebaut, man merkt schnell: Die Mitarbeitenden liegen der Geschäftsführerin am Herzen. "Wir wollen unsere soziale Verantwortung wahrnehmen und uns für die Mitarbeitenden stark machen."

"Klar, Ausfälle sind für uns als Betrieb eine Belastung. Aber wir sorgen uns um unsere Mitarbeitenden.", sagt Müller. "Jede und jeder Einzelne sind dank ihrer Erfahrung, ihres Wissens, aber vor allem dank ihrer menschlichen Qualitäten sehr wertvoll." Die gelernte Kindergärtnerin versucht, diese Wertschätzung auch im Arbeitsalltag zu leben; in den wöchentlichen Teamsitzungen können Probleme offen und ehrlich angesprochen werden. Wiedereingliederungsmassnahmen werden gegenüber der Belegschaft offen kommuniziert.

"Solche Krankheiten können jeden treffen. Doch wenn man in schwierigen Zeiten an der Seite der Mitarbeitenden steht und gemeinsam wieder herausfindet, zahlt sich das am Schluss um ein Vielfaches aus" sagt Susanne Müller.