Infotag EBA – Solothurn

Von links: Sacha Studer Mösch, Projektleiter Infotag EBA; Eva Gauch, Betriebsleiterin Altes Spital

Der Kanton Solothurn ist einzigartig. Nicht nur, weil er mit seiner abenteuerlichen Ausdehnung der verzweigteste Kanton der Schweiz ist, sondern auch, weil hier schweizweit die einzige Berufsmesse ausschliesslich für EBA-Ausbildungen stattfindet. Projektleiter Sacha Studer Mösch ist stolz auf das Projekt – und möchte doch nicht einzigartig sein. "Es ist eigentlich schade, dass es in anderen Kantonen keine Nachahmer gibt." Der Infotag EBA findet bereits seit 10 Jahren im Alten Spital Solothurn statt und ist seither stetig gewachsen.

Das Eidgenössische Berufsattest (kurz: EBA) besteht aus einer zweijährigen Berufslehre mit anschliessender Prüfung. 2018 schlossen rund 7'000 Personen eine EBA-Ausbildung erfolgreich ab; einige von ihnen haben sich im Alten Spital in Solothurn vorinformiert. Die Ausbildung richtet sich besonders an praxisbezogene Personen, die sich in der Schule nicht durch gute Noten profilieren können. "Dabei brauchen viele Jugendliche nur etwas, damit sie zu gutausgebildeten Fachkräften werden: Zeit", ist Mösch überzeugt.

Warum aber braucht es eine separate Berufsmesse nur für EBA-Ausbildungen? "Es gibt viele Berufsmessen, bei denen die schwachen Schüler*innen meist etwas im Schatten stehen. Bei uns erhalten sie die nötige Aufmerksamkeit", erklärt Mösch. "Die EBA-Ausbildung verhindert das Abrutschen der Jugendlichen in Zwischenlösungen, aus denen sie nur schwer wieder herauskommen." Das hat auch der Bundesrat erkannt und bereits mehrmals deren Wichtigkeit betont. Das wird zudem durch die hohe Teilnehmer*innenzahl unterstrichen: letztes Jahr hat der Infotag mit über 800 Teilnehmenden seine Kapazitätsgrenze erreicht. Das kleine Projektteam arbeitet intensiv mit seinen Umsetzungspartnern zusammen, zu denen neben dem Solothurner Gewerbeverband und der Volksschule auch das Komptenzzentrum Berufsbildung "Step4" gehört.

Und die Bedeutung der EBA-Ausbildung wird auch in Zukunft nicht abnehmen, ist Mösch überzeugt. Gerade, weil geflüchtete Menschen vermehrt auch Ausbildungen antreten möchten. "Diesen Umstand haben wir erkannt und es kann gut sein, dass wir in Zukunft spezielle Angebote für diese Zielgruppe aufbauen werden".

In Zukunft werde man den Fokus auch vermehrt auf die Eltern der Jugendlichen legen, sagt Mösch. "Gerade bei ihnen hat die EBA-Ausbildung noch immer ein schlechtes Image". Hier gilt es, Vorurteile abzubauen. Die Nomination für den Solothurner Sozialpreis kann dabei sicher nicht schaden.