Gemeinnütziger Frauenverein Olten – Olten

Von links: Doris Meister, Präsidentin GFVO; Nathalie Mühlemann, Vorstandsmitglied GFVO

Die Idee ist eigentlich simpel. Doch wenn die Mitglieder vom Gemeinnützigen Frauenverein Olten (GFVO) mit ihren vollbepackten Bücherwagen zum ersten Mal in ein Alters- und Pflegeheim kommen, feiern die Bewohner*innen ihr Eintreffen mit einem kleinen Fest – natürlich mit Kaffee und Kuchen, wie es sich gehört. "Das Projekt ‘Buch zu Besuch’ ist ein Erfolg und animiert die Bewohner*innen zum Lesen", sagt Doris Meister, Präsidentin des GFVO. Die Krimis, Romane, Sach- und Hörbücher seien ein willkommener Zeitvertreib: "Ein gutes Buch kann einen, vor allem im teils monotonen Altersheim-Alltag, in eine andere Welt entführen."

Die Bücherwagen sind so konzipiert, dass sie ohne grosse Mühe in die Zimmer von betagten Personen verschoben werden können; das Angebot soll möglichst niederschwellig sein und den Bedürfnissen der Betagten entsprechen. "Wir beraten die Bewohner*innen auch zu den verschiedenen Büchern und versuchen auf individuelle Wünsche einzugehen. Für den Fall, dass jemand nicht mehr selbständig lesen kann, haben wir eine Gruppe von Mitgliedern, welche die Bücher in den Heimen vorlesen.", erklärt sie weiter.

Meister war bei der Bewerbung für den Sozialpreis überzeugt, dass ihr Verein sich mit dem Projekt von anderen Bewerber*innen abheben wird. Die Jury gibt ihr Recht, der GFVO gehört zu den 6 Nominierten, die am 22. November an der Preisverleihung teilnehmen werden. "Es ist für uns eine grosse Ehre, nominiert zu sein", freut sich die Präsidentin, stellvertretend für die mehr als 580 Mitglieder.

Der Verein betreibt zwei Kinderhorte und eine Kindertagesstätte professionell, wofür ein eigener Vorstand eingesetzt wurde. "Auch wenn wir uns der Freiwilligenarbeit verschrieben haben, wollen wir in diesen Bereichen ein professioneller Dienstleister sein", erläutert Doris Meister die Motivation dahinter.

Alle anderen Projekte werden aber ehrenamtlich geleistet. Und da wäre so einiges: Ferienpass, individuelle Senior*innenbetreuung – und eben, das Leuchtturmprojekt "Buch zu Besuch". Woher nehmen die vielen freiwilligen Frauen ihre Energie? "Die Dankbarkeit, die man für seine Hilfe erhält, entschädigt für ganz Vieles. Gerade die betagten Menschen sind unglaublich dankbar, wenn ihnen Zeit geschenkt wird und jemand bei ihnen ist.", sagt Meister zum Abschied. Ein Sozialpreis wäre natürlich auch toll, fügt sie schmunzelnd an, aber: "Hauptziel ist es, den Verein bekannter zu machen und so vielleicht ein paar junge Frauen dazu zu ermuntern, dem Verein beizutreten und sich zu engagieren."