Die Praktikumsbetriebe des Zentrums für Kinder mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigung ZKSK – Solothurn

Von links: Christoph Büschi, Fachleiter Berufsfindung ZKSK; Christine Bigolin, Geschäftsführerin ZKSK; Patrick Lischer, Bereichsleiter Sonderschule und Integration ZKSK

Der Weg aus dem Kindergartenkreis ins Berufsleben ist lang; Praktika und Aus- und Weiterbildungen reihen sich aneinander. Das gilt auch für die Schüler*innen, die ihre Schulzeit im Zentrum für Kinder mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigung (ZKSK) absolvieren. Damit sie erste Erfahrungen in der Berufswelt sammeln können, hat die ZKSK über die vergangenen 18 Jahre ein beachtliches Netzwerk mit unterschiedlichen Betrieben in der Region Solothurn aufgebaut, die bedarfsgerechte und niederschwellige Praktika anbieten. "Ziel ist es, dass die Jugendlichen eine erste positive Erfahrung und einen ersten Erfolg in der realen Arbeitswelt erleben können. Dafür setzen sich die Betriebe mit grossem Einsatz ein", erklärt Christina Bigolin, Geschäftsführerin des ZKSK.

Deswegen hat sie auch die Betriebe aus ihrem Netzwerk für den diesjährigen Sozialpreis nominiert – "Als grosses Dankeschön". Schliesslich sei es gerade für beeinträchtige Kinder und deren Eltern enorm schwierig, auf eigene Faust eine Praktikumsstelle zu finden. "Die Betriebe helfen mit ihrem Engagement, Erfolgserlebnisse zu schaffen und so die Motivation der Jugendlichen zu fördern. Das gibt Selbstvertrauen und erleichtert die Suche nach einer Ausbildungsstelle ungemein", ist Bigolin überzeugt.

Für die Unternehmen bedeutet das nebst wertvollen Einblicken auch einen beachtlichen Mehraufwand im täglichen Betrieb. Warum also das Engagement? "Natürlich profitieren auch die Unternehmen davon, sie erhalten niederschwellige Kontakte zu Menschen mit Beeinträchtigungen und können damit Erfahrungen sammeln", meint die Geschäftsführerin. "Aber es ist klar: Das Engagement setzt eine gewisse Demut voraus und einen Willen, sich für benachteiligte Menschen einzusetzen". Auch könne das ZKSK nicht mit jedem Unternehmen zusammenarbeiten. Ein Betrieb müsse eine gewisse Offenheit und Neugierde mit sich bringen, ist die Geschäftsführerin überzeugt. "Und natürlich muss auch ein Angebot an Arbeiten vorhanden sein, das den Fähigkeiten der Jugendlichen entspricht."

Zurzeit laufen fünf Praktika; weitere drei bis fünf sollen im zweiten Semester anlaufen. Auf die Frage, was die Schüler*innen nach den Praktika erwarte, gibt es keine klare Antwort: "Einige arbeiten danach in einer geschützten Werkstatt, andere können sogar eine EFZ-Ausbildung absolvieren", erklärt Bigolin. Ein Grossteil der Jugendlichen wäre von den praktischen Fähigkeiten her bereit, eine EBA-Ausbildung zu machen, schulisch jedoch nicht. Die Geschäftsführerin wiegt ab: "Hier stellt sich trotz unseres Netzwerks weiterhin die Frage nach geeigneten Ausbildungsplätzen". Vielleicht – so die leise Hoffnung – kann die Auszeichnung mit dem Sozialpreis Vorurteile abbauen und auch andere Unternehmen dazu motivieren, Ausbildungen und Stellen für beeinträchtigte Menschen anzubieten.